Fachverband Deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer e.V.

Workshop für NORMA-Maschinenanwender

Wie wir auf der diesjährigen Hauptversammlung schon angekündigt haben, sollen Workshops für Maschinenanwender kreiert werden.Die Idee ist, einen Erfahrungsaustausch von Mitarbeitern zu ermöglichen, die einen bestimmten Maschinentyp bedienen. Dies soll keine Bedienerschulung sein, die Teilnehmer müssen die Maschine und Programme weitestgehend beherrschen. Die Mitarbeiter sollen untereinander Erfahrungen bei der Lösung von „schwierigen“ Schleif- und/oder Programmaufgaben austauschen können und somit von den Erfahrungen der Kollegen profitieren. Dies bedingt natürlich auch seine eigenen Kenntnisse und Erfahrungen mit einzubringen.Der Informationsaustausch soll direkt praktisch an der Maschine erfolgen, so dass wir eine Teilnehmeranzahl von 5 Bedienern nicht überschreiten wollen. Den Workshop wird ein von uns gestellter„Administrator“ moderieren, der nicht unbedingt Experte für diese Maschine sein wird. Die Problemlösungen sollen von den Anwendern erarbeitet werden.Wir werden allen Teilnehmern vorab mitteilen, welche Kollegen aus welchen Firmen sich angemeldet haben.Der Workshop wird  2 bis 3 Tage dauern, um ausreichend Zeit für einen intensiven Austausch zu haben. Die Teilnehmer überlegen sich vorher, welche Aufgabenstellungen sie gerne diskutieren möchten und bringen dafür eigene Notizen, entsprechende Zeichnungen, Werkzeuge und/oder Rohlinge mit. So lassen sich vor Ort in der Gemeinschaft direkt praktische Lösungen finden. Wir möchten mit diesen Workshops in unserer Schule in Bad Neustadt mit den dort vorhandenen Maschinen beginnen. Für unseren ersten Workshop suchen wir Bediener der
5-Achs-CNC-Werkzeugschleifmaschinen der Firma Schneeberger Typ NORMA.

Die Teilnehmergebühr beträgt 190,-€/Person (240,-€ für Nicht-Mitgliedsfirmen), Übernachtungen können wir in Bad Neustadt preisgünstig anbieten, einen Mittagsimbiss und Getränke werden wir bereitstellen.Bitte melden Sie sich bei unserer Geschäftsstelle per Email, Fax oder telefonisch, wenn Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter an diesem Workshop teilnehmen möchten, wir werden uns dann kurzfristig mit Ihnen zwecks genauer Terminabsprache in Verbindung setzen. Nutzen Sie diese preisgünstige Möglichkeit Ihre Mitarbeiter weiter zu qualifizieren, es wird sich für Ihre Firma auszahlen.

Anforderungen an Zerspanwerkzeuge

Werkstoffspezifische Anforderungen an Zerspanwerkzeuge für unterschiedliche Stähle
Referent: Dipl.-Ing. Markus Heilmann

Stahl besitzt einen überragenden Anteil als Konstruktionswerkstoff im Maschinen- und Anlagenbau. Ursache hierfür sind neben den ökonomischen auch die technologischen Einflussgrößen, wie das große Eigenschaftsspektrum, das durch Stahlwerkstoffe abgedeckt wird, und die Herstellungskosten. Die Werkstoffeigenschaften von Stahlwerkstoffen werden im Wesentlichen durch die Legierungselemente und Stahlbegleiter, die Art der Wärmebehandlung sowie die Vorgeschichte des Rohteils oder Halbzeugs bestimmt. Das Spektrum dieser Werkstoffgruppe reicht von unlegierten Stählen für allgemeine Anwendungen bis zu Werkstoffen mit genau an die Anwendung abgestimmten Eigenschaften, wie hochfeste und nichtrostende Stähle. In Abhängigkeit von den Werkstoffeigenschaften der Stahlwerkstoffe entstehen hinsichtlich der spanenden Bearbeitung unterschiedliche Herausforderungen. Diese können sich beispielsweise in unzureichendem Spanbruch oder in hohen thermomechanischen Belastungen widerspiegeln, wodurch der Werkzeugverschleiß und damit die Werkzeugstandzeit deutlich beeinflusst werden. Für eine wirtschaftliche Bearbeitung gilt es, bei der Zerspanung den Herausforderungen durch eine angepasste Prozessauslegung, beispielsweise durch eine Anpassung der Werkzeugmakro- und -mikrogestalt, des Schneidstoffs und der Beschichtung, dem Kühlschmierstoffkonzept sowie den Schnittwerten zu begegnen. Dabei ist ebenfalls eine Berücksichtigung der Besonderheiten der verschiedenen spanenden Fertigungsverfahren erforderlich.

Schneidkantenpräparation
Referentin: Dipl.-Ing. Ina Terwey
Die Trennung des Werkstoffs vom Werkstück stellt den zentralen Vorgang bei der Zerspanung dar und somit hohe Anforderungen an die Werkzeugfestigkeit sowie an die Stabilität der eingesetzten Schneidkanten. Zur Erzeugung der Gestalt von Vollhartmetall-werkzeugen werden in der industriellen Praxis zumeist Schleifprozesse eingesetzt, die in Abhän-gigkeit von der jeweiligen Prozessführung zu Mikroausbrüchen entlang der Schneidkante führen können. Diese Mikroausbrüche verringern die Schneidkanten-stabilität, was einen erhöhten Werkzeugverschleiß zur Folge hat und zu einem vorzeitigen Ausfall des Werkzeuges führen kann.Ziel der Kantenpräparation ist es hierbei, eine definierte Verrundung der Schneidkante zu erzeugen sowie die Schartigkeit entlang der Schneidkante zu reduzieren, um das Einsatzverhalten der Werkzeuge durch eine erhöhte Kantenstabilität zu verbessern. Als Kantenpräparationsverfahren eignet sich neben Bürst- und Schleppschleifverfahren das Strahlspanverfahren. Hierbei ist es über die Einstellung der Prozesskenngrößen, wie Strahlvorschub-geschwindigkeit, Strahlabstand sowie Strahlwinkel, möglich, die Größe und Ausrichtung der Verrundung zu beeinflussen. Des Weiteren gilt es, bei Kenntnis der Prozesszusammenhänge die zeitliche und räumliche Prozessführung komplexen Schneidkanten anzupassen. Insgesamt ist es aufgrund der höheren Kantenstabilität möglich, sowohl die Verschleißbeständigkeit der Zerspanungs-werkzeuge als auch die erzeugte Oberflächengüte trotz der mit der Verrundung ansteigenden Prozessbelastungen zu verbessern.

Technologie des Schleifens mit Al2O3 und SiC

Referent: Dipl.-Ing. Josef Sauren
Erfolgreiche Unternehmen brauchen kenntnisreiche, verantwortlich arbeitende Mitarbeiter die mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen des Schleifprozesses die Qualität der hergestellten Produkte und aufbereiteten Werkzeuge mitbestimmen. In diesem Sinne soll das Seminar die Grundlagen für ein Verständnis des Schleifens mit konventionellen Schleifmitteln Al2O3 (Korund) und SiC (Siliziumkarbid) vermitteln.
Ausgehend von einem kurzen Überblick über die Mechanismen des
Spanbildungsprozesses folgen in ausführlicher Darstellung Informationen zu:

  • Schleifscheibenkenn- und Bestellgrößen
  • Schleifmittel Al2O3 und SiC
  • Bindungen von Al2O3 und SiC-Schleifscheiben
  • Einsatzvorbereitung - Abrichten und Schärfen
  • Unwucht und Auswuchten
  • Kühlschmiermittel - ein Überblick
  • Sicherheit beim Schleifen
  • Maß- und Toleranzangaben in Zeichnungen
  • Bezeichnungen und Rechengrößen beim Schleifen
  • Werkzeugschleifen, Rückblick und Ausblick

Ziel: Vermittlung eines Basisverständnisses des Schleifprozesses, der zum Einsatz kommenden konventionellen Schleifmittel und deren Herstellung sowie der zugehörigen Bedingungen für einen erfolgreichen und sicheren Einsatz.
Zielgruppe: Fachfremde oder angelernte Mitarbeiter an der Maschine, ggf. Mitarbeiter aus der Auftragsannahme oder Beschaffung etc. die Basisinformationen benötigen, um zu einem besseren Verständnis und einer mit mehr Übersicht versehenen Handhabung ihres Aufgabengebietes zu kommen.

Innovative Schleiftechnik mit Hochleistungs-Schleifmitteln

Referent: Dipl.-Ing. Josef Sauren
Die Schleiftechnik, nicht zuletzt auch beim Werkzeugschleifen, hat in den letztenJahren enorme Fortschritte gemacht und innovative Weiterentwicklungen und Problemlösungen ermöglicht. In diesem Erweiterungs- und Vertiefungsseminar werden auf der Basis der Grundlagen, insbesondere die Bausteine für diese Innovationen beschrieben. So sind vor allem die Hochleistungsschleifmittel Diamant und CBN, ergänzt durch Sol-Gel und Sinterkorunde, mit ihren Leistungsfähigkeiten verantwortlich dafür, das CNC-Schleiftechnik und zugehörige Maschinen aber auch hochkomplexe Werkzeuggeometrien erfolgreich im Markt sind. Die Inhalte sind:

  • Diamant und CBN sowie Sol-Gel und Sinterkorund bzw. Zirkonkorund
  • Schleifscheibenkenn- und Bestellgrößen (neu und ergänzend für Dia+CBN)
  • Bindungen für diese Hochleistungsschleifmittel
  • Werkstoffe für Zerspanungswerkzeuge
  • Einsatzvorbereitung - Abrichten und Schärfen, insbesondere für Diamant und CBN
  • Unwucht und Auswuchten
  • Schleifverfahren mit Anwendungsbeispielen aus dem Werkzeugschleifen
  • Kühlschmiermittel/ Aufbereitung/ Entsorgung
  • techn. Ergebnis/ Messtechnik/ Zertifizierung
  • erforderliche Gegenmaßnahmen bei einem gestörten Schleifprozess
  • Wirtschaftlichkeit und Schleifkosten

Ziel: Mit der Teilnahme an diesem Seminar erhalten die Teilnehmer einen fundiertenÜberblick über den gegebenen Stand der erfolgreichen Anwendung von Hochleistungsschleifmitteln. Anhand einer Vielzahl von Informationen zu allen, auch zu Randbereichen der Schleiftechnik sollte Sicherheit in der Beurteilung der eigenen betrieblichen Gegebenheiten möglich sein. Während des Seminars wird genügend Gelegenheit gegeben sein, auch individuelle Problemstellungen zu diskutieren.
Zielgruppe: Mitarbeiter die entweder als Einsteller an der Maschine oder im Rahmen von Aufsicht und Führung in der Lage sein sollen, Ergebnisverbesserungen zu erarbeiten, Optimierungen durchzuführen und andere Mitarbeiter schleiftechnisch anzuleiten.


Betriebswirtschaftliche Auftragsabwicklung für Werkzeugschleifereien

Referent: Dipl.-Oec. H.-Otto Bartels
In vielen Werkzeugschleifereien findet man Einzel- und Kleinserienfertigung. Die Prozessabläufe sind durch zunehmende Variantenvielfalt, kundenspezifische Entwicklungen und hohe Arbeitsteiligkeit immer komplexer geworden. Einfache Abläufe, die entsprechend der natürlichen Arbeitsreihenfolge angeordnet sind und der Verzicht auf nicht wertschöpfungsrelevante Teilprozesse sind Erfolgsfaktoren einer neu gestalteten Auftragsabwicklung im Unternehmen. Auftragsabwicklung beginnt schon bei der Positionierung der Produkte/ Leistungen am Markt und geht über die Lieferung hinaus. Das Ziel der Auftragsabwicklung sollte der zufriedene Kunde sein. Aus diesem Grunde ist ein kundenorientierter Prozess notwendig. Die Inhalte des Seminars sind:

  • Geschäftsprozesse
  • Auftragsgewinnungsprozess
  • Angebotsplanung
  • Eigen- oder Fremdfertigung
  • Auftragsabwicklungsplanung
  • Auftragsfreigabe und Überwachung
  • Prozesskontrolle

Ziel: Die Teilnehmer erhalten in diesem Seminar Werkzeuge und Anregungen für eine kundenorientierte Neuausrichtung der Auftragsabwicklung.

Anwendung von Hartmetallsägen

Referent: Dipl.-Ing. Wilm-Henner Niemeyer
In diesem als Workshop veranstalteten Seminar werden die technischen Eigenschaten der hartmetallbestückten Kreissägeblätter intensiv behandelt. Dazu gehören die Eigenschaften der verwendeten Hartmetalle und deren Einsatzgebiete sowie die Gütekriterien des Stammblattes. Weiter wird auf die Randbedingungen des Maschineneinsatzes eingegangen. Dieses Seminar vermittelt weiterführende Kenntnisse auf dem Gebiet der HM-Kreissägeblätter. Grundlegende Begriffe der Zerspanungstechnik werden jedoch vorausgesetzt. Das Themengebiet ist interessant für Mitarbeiter im Schleifdienst und Mitarbeiter im Außendienst und im Innendienst, welche mit dem Verkauf und der Beratung des Produktes HW-Kreissägeblatt beschäftigt sind.

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